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Hallo, Süßer!
Ich bin die Härter!
Wie wär's mit uns?
looooove
Es geht nichts über ein gelungenes Vorwort.
Diese ersten Zeilen im Heft sollen stets ein Schlag ins Gesicht des Lesers sein,
bzw. den Eindruck vermitteln:
Nimm mich mit in Deiner Manteltasche,
ja lies mich bloß zu Ende!
Und bei Gelegenheit kannst Du mich sogar abonnieren.
Hier die Vorworte der ersten Nummern 1 - 7

VORWORT ZUR NUMMER 1 (1996)

haerter 1

DIE ZEITEN WERDEN HÄRTER...

Morgens auf den Straßen: eine frustrierte Schlammschlacht technik- und medienversauter Typen und Typinnen. Die brennen wahrlich drauf, das Bruttosozialprodukt anzukurbeln mit ihren Millionen automatisch ablaufenden Schockbewegungen. Die gieren nach Veränderung - die freuen sich richtig, wenn plötzlich und unerwartet das Autotapedeck den Geist aufgibt.
Ein wenig Abwechslung nach Feierabend : "Schatz, ich geh' mal 'runter in die Garage, da stimmt was mit dem Kenwood nicht!"
"Jaha. Komm nicht zu spät zur Sportschau!"

Keiner holt mehr Zigaretten. Oder Kaffee. Keiner haut mehr ab, ohne vorher Bescheid zu geben.
Zur selben Zeit dümpeln alte, gesichtslose Frauen von 30 Jahren im Traumhaus Villa Wabenhausen über dem Gestank der Kinderwindeln und behaupten nachhaltig, hier den Geruch der großen, weiten Welt zu vernehmen ! Alles versaut und alles verbaut. DIE ZEITEN WERDEN HÄRTER... und Macht, Medien, Murdoch, Müllabfuhr (um nur den Buchstaben "M" wie Mittelfinger anzureißen) schütten wohldosiert das in Wasserleitungen und auf den Klebeseiten der Briefmarken eh schon verhandene Egal-Deo aus. Der einsame Sesselfurzer langt sich genüßlich an den Schwanz, läßt die (TV Familie) Kirch' im Dorf , während grelle Bertelsmänner die Paketglocke ziehen.

Es wird dunkel -
und danach nicht wie gewohnt hell, sondern grell.
Die Städte platzen. Ihr Slogan lautet: Kauft euch pleite.
Die Städte platzen wie Brandblasen. Aufnahmerituale, Formulare: hier werden jene herangezüchtet, die das Tiefgaragenangebot auch gefälligst wahrzunehmen haben.
"Wohin mit den Slums, Herr Planer?"
"Wohin mit den gescheiterten Existenzen?"
Frisch aus den Kühlregalen tropft die fette Bequemlichkeit eines jeden Grünen-Politikers. 1968, das Jahr der Sünde, das Jahr der Triebe, das Jahr der Talarenmiefer.

Aus den Radios dudelt die ewige Ariola-Virgin-Warner-BMG-EMI-Scheiße;
die fressen jeden, machen aus allen Wellenritten die schnelle Mark.
Sie verwursteten den Punkrock zu einer kümmerlichen Daseinsberechtigung. Nennt mir 5 Punkbands der 90er, die NICHT die MTVIVA-Leiter hochstolpern wollen!  Zählt die Kappenträger jeden Tag, in ihren Dackelhosen. Auch Tekkno ist längst verwurstet worden; die sogenannte Love-Parade zum Beispiel.

Diese hirnausgeschaltete Masse würde sogar den nächsten Castor hippelnd und
brüsteschwingend ins Endlager begleiten. Wenn nur die Beats/minute stimmen!
"Boh, geile Party, Alter, ey, wa??"

Werbeblöcke unterbrechen die staunenden Sabbermünder zu hause an den Bildschirmen; die Nachahmer der WeltUnVerbesserer schauen sich lieber Mainzerstraße-der Film an, als selbst auch nur im entferntesten daran zu denken, mal selbst den Miethaien zu zeigen, was 'ne Harke ist! Revolution mit Alibi.("Heute geht nicht. Muß für Jura pauken...was die Bullen stehen bei euch vorm Haus? Na, wenn morgen nicht diese Klausur wäre...") Gemeinsame Forderungen lassen sich kaum noch auf einen Nenner bringen.Die einzig klare Sache besteht darin, nicht im Stehen zu pissen. Political correctness ist in, Laberei ist in, sich hassen und sich bekriegen ist in.Den Schinken vom Küchentisch zu beten, den Pulsschlag beschleunigen bei´TV-Talkgästen, die vehement behaupten, in Doitschland würde auch nur ein Funke Asylrecht noch bestehen...
Kantherknabenchor, ein Wort, das ich immer wieder gerne verwende, spiel uns das Lied vom Tod.

DIE ZEITEN WERDEN HÄRTER...
Hühner, legt, was das Zeug hält. Der Kanzler der Einheit kommt in die Stadt.
DIE ZEITEN WERDEN HÄRTER...
Unsere stumpfe Moral läßt keine Küsse mehr zu. Die gemietete, geleaste Freundin macht sonst Schadensersatz geltend.
DIE ZEITEN WERDEN HÄRTER...
Verweigert dem Staat die Kleinfamilie.
Ihr werdet sonst selbst Staat und wollt regieren, unterdrücken, foltern, morden, Steuern eintreiben.
DIE ZEITEN WERDEN HÄRTER...
Es gibt keine selbstversicherte Zukunft und eure Plastikkarten sind irgendwann einen Dreck wert.
DIE ZEITEN WERDEN HÄRTER...
und die Bombe tickt doch immer. Neben dem Körper, über dem Körper, im Körper.
Wo sie letztendlich hochgeht, ist egal.
DIE ZEITEN WERDEN HÄRTER...
und doch geht alles weiter.

Viel Freude bei der HÄRTER-1-Nummer-nach-der-0-Nummer.
Thanx allen Autoren und Autorinnen, Andreas von der SUBH für freundliche Layouthilfe; danke auch für die ständige Bierholerei, für mittlerweile 3 Pichelsteinabende in Cottbus
(muggefug - macht weiter!).

Härter...erscheint 2 Mal pro Jahr in einer 150er-200er Auflage, kostet 5 DM incl. Porto.
Her mit Eurer Kunst ! Schreibt an den Schreibtisch Größenwahn.
frank bröker, soltendiek und münster im wonnemonat september 1996

Harte Worte - zarte Taten -
Auch im Vorwort zur HÄRTER 2
drosch der Herausgeber ordentlich ins Korn

haerter 2

"Nur der Dilettant ist der exemplarische Realist ..."
(Allen Ginsberg)

Welcome on board - es härtert mal wieder im Lande.
Die Selbstgespräche werden immer perfekter. Zuhause seh' ich grüne Pilze aus den Kaffeesätzen sprießen - doch was ist das noch, Zuhause? Ich habe und ich will das nicht.
Die Realität ist ein Erreichbarsein, ist ein Briefkasten und ein Telefon, ist Kommunikation zwischen Dir und mir. Und wo Du gerade da bist: hol mir Bier und Pizza aus dem Supermarkt; ich kann das Elend einfach nicht mit ansehen - will diesem Gleichmutstrott gar nicht entgegenwetzen mit leeren Jutesäcken und ungeweinten Tränen, mit Flaschen für den Altglascontainer. Wir entleeren uns täglich immer mehr, stehen Schlange, und sind stolz auf unseren Müll in den sauberen Händen. Wir werden immer kleiner ... (und freuen uns auf Futter für die Augen, Futter für das Hirn).
Unser Seelsorgeapparat ist gedopt, die Freiheit ist gelogen, Volksvertreter werden angebetet;
wer keine Uniform hat, bügelt sich aalig anders durchs Leben.

Meine Augen sind mir zu schade für Neonreklame, für Quellekataloge, für geistige Rentner, die mit ihren 25 Jahren bei Hennes und Mauritz Schlange stehen müssen. Die Stadt der Schleimbeutel verdient Vergessenheit und Kneipen, welche um halb 1 abends schließen müssen, damit die Blechlawine um jeden Preis am nächsten Morgen ausgeruht Richtung Tretmühle knattern kann.
Reanimiert Euch zu Monstern, bildet Euch mit Zahlen und Wörtern, habt Angst vorm schwarzen Mann, bleibt weiterhin Endverbraucher, schlagt euch den Wanst voll, und glaubt dem Wirtschaftsminister mehr als ihr ertragen könnt.

Die Abschreckung trägt Früchte; die unter den Brücken sollen es doch nun wirklich nicht sein?
Verlauste Menschen mit Schnapspullen - vom Leben verachtet und wie weit ist es denn bis hierher?? Ein einziges Mal einfach nur NACHDENKEN über den ganzen Wahnsinn namens Zivilisation. Und NICHT MEHR MIT MACHEN können, wollen.
Während die grünen Pilze weiter wachsen,
die Miete fällig wird,
die Bank den Dispo kickt,
deine Freundin Dich ins offene Messer rennen läßt.

Das Chaos findet hier und heute statt, tief in uns.
So viele Drogen können wir gar nicht fressen, um das zu übersehen.

frank bröker; Frühling 1997

Manche Dinge kann man nur mit Alkohol ertragen
(oder: Warum alle plötzlich nur noch HÄRTER saufen)

 In welcher Krise der Herausgeber im Winter 1997
steckte, weiß nur noch der Wind.
Oder zumindest Bob Dylan.

haerter 3

Die Zeiten werden kälter, Baby. Kippen wir das Fenster zurück, drehen die Heizung auf und kucken den ganzen Tag ONYX im TV. Oder Grinsetante Bärbel auf RTL ... mein Mann steht auf grünen Spinat, hat einen Gartenzwergfetisch und onaniert heimlich ins Abendbrot... Was? Ihrer auch? Meiner ist da viel zu introvertiert! Was stimmt an diesem Dialog nicht? Richtig. Das Fremdwort wäre nie tiefer ins Bodenlose gesunken als das Niveau der Sendung. Es fällt einem manchmal sehr schwer zu glauben, daß es diese Idioten namens Talkgäste überhaupt gibt. Und was, wenn so ein bekloppter Haufen Normalos mit Speerspitzen voll Dummheit bewaffnet eines Tages vor meiner Tür steht? Bärbel Schäfer - zu blond um wahr zu sein oder nur gut getarnte Schlauheit ? Respekt ! Abends geht's auf Schleichfahrt in die Eckkneipe: Im dicken Mantel um die Häuser; Kopf und Kap voller Hoffnung, daß irgendwer in dieser wohl durchdachten Gegend mir doch noch den Verstand rauben kann. Worte können einsam machen. Sätze selbstgesprochen - sie klatschen von den Tapeten direkt wieder zurück ins Maul. Erdbebenrisse an Körperwänden. Von mir aus:Yin und Yang, Pol und Pott, Minus und Plus.
Wer stillsteht, rostet und wer läuft, der bricht sich die Beine. Will sagen: Was man auch macht, es ist falsch. Denn überhaupt: Leben soll bestehen aus: AUFSTEHEN, ANZIEHEN, WEGSEHEN.

Zwar kann man hier unbehelligt seine saure Kohle gegen Freizeitlook austauschen, doch um das Flußbett von unten zu sehen, bedarf es etwas mehr als als nur Verstand. Tauchen will gelernt sein;
Gefahr in Verzug -  und schon wirst du weggehauen, armer Schachbauer.
Sie spielen uns jeden Tag Politik vor; dieses furchtbare Mafia-Spiel aus Adler = schwarz, Volk = weiß und von rechts nach links, von ganz oben bis in den verstaubten Aktenkeller traben die EuroZombies im Takt. Hier unten liegen Leichen unter Goldbarren vergraben, und wenn dies auch nur sinnbildlich gemeint ist: der liebe Gott wird's richten, Alter.
Und schon sehe ich mitten im Winter von meinem Kneipenfenster aus:
Gestalten in Fell und Socken bauen sich eine Illusion namens Arche Noah 1998.
Mit Kabelanschluß, BertelKirchDecoder, Computerbanking, Internetvideodrom,
Weihnachtsteller voller Handys. Stahlpuppen liegen auf weichen Kojen für
die harten Schwänze der Messerschnittburschen herum. Eine ganz neue Entwicklung
aus dem Hause Beate Uhse: Auf Knopfdruck kann man sie zum Weinen bringen.

Manche Dinge lassen sich nur mit Alkohol ertragen.
Drei Whisky später traben die ersten Elefanten, Zebras und Milchkühe in Richtung Arche.
Nashörner und Trampeltiere folgen. Eine weiße Taube hinterläßt einen großen, weißen Schiß mitten im Cyberspace.
"Let's go, Boys!", brüllt das junge Juraschwein, doch das Einzige, was wirklich losgeht,
ist eine Diskussion über die Lyrik und Prosa als solche.
Zwei Tische neben mir. Ich stürze den Drink, zieh mir den Mantel an, zahle.
Man blickt mir nicht nach und das ist gut so.
Zuhause werde ich mit den anderen HÄRTER... saufen, Tür an Tür, und wir werden kein Wort miteinander sprechen.
Solange, bis diese kalte Zeit vorbei ist.

Träume erfrieren, wenn niemand da ist, der sie träumen will ....
(Rio Reiser ...Träume... LP "Himmel und Hölle" 1995)

Was sollen all die Vor-Worte in den Zines?
Dieses allgemeine: GUTEN TAG HIER SIND WIR WIEDER !
Oder: HER MIT EUREM ABO, SONST GIBT'S DIESE ZEITUNG BALD NICHT MEHR...jammer, jammer.
Warum nicht gleich Vollgas in die härteren Zeiten. Quatschen wir nicht um den Brei herum, fressen wir ihn, so heiß wie jetzt wird er nie wieder werden.
Na denn mal schwerverdaulichen und guten Appetit !

frank bröker, Ende 1997

Mit der Nummer 4 erholte sich der Herausgeber wie ein Fisch vom vielen Schwimmen ausgerechnet an Land...

Die Straßen waren voll davon und niemand ahnte, was Papier alles bewirken kann. Trommelsprache ist Rhythmus...immer schon gewesen. Niemand hat Plakate je kleben sehen. Niemand war auf den Straßen. Menschen in Ekstase - Guten Tag!

haerter4

Die Nummer 4 ist da, vielleicht ein neues Parlament; Gesichter sind austauschbar. Unsere kleine Welt wird nicht größer, wird nicht reicher, wird nicht besser. Nutella auf allen Brötchen, auf Trott folgt stets Trottel, Entenhausen ist untergegangen. Die Atomlobby knipst das Licht heller, wer was auf sich hält, labert Phrasen und dummdreist wollen wir sein, den Feierabend herbeisehnen, belohnt werden fürs Klappe halten. Sie werden es schon richten und wir die Suppe löffeln. Bis wir kotzen. Bis wir sterben. Nachdem behütete Generationen unsere Plätze vor den Bildschirmen eingenommen haben. Traditionen werden gepflegt, der Wald beschnitten, das Wild erlegt, das Auto muß glänzen. Fortschritt bei Tempo 2000, der Impotenz eine Viagra, den Non-Konformen die Grenze zeigen und die verläuft längst nicht mehr nach Plan. In Sachsen-Anhalt fast 30% Schwachmaten und 14jährige wurden 40 Jahre lang belogen und betrogen. In Bayern liegt die Wiedergeburt Deutschlands jedes Jahr in der Krippe: Klein, weiß, blond. Die Mutter heißt Maria, der Vater Josef und das Trümmerkind scheint frisch aus Pommern geflohen. Es ist nicht alles schlimm hier. Es wird nur jeden Tag unerträglicher. Eines Tages brauche ich eine Waffe. Nicht, um Hab und Gut, was ich nicht hab´ (und gut) zu verteidigen, sondern um wenigstens im richtigen Moment den neuen Führer umzubringen. Zigarrenkistenwelten sind nicht meine - sagen wir´s ähnlich wie Wiglaf Droste: Gliedern wir Kanther, Rühe und Co wieder in die Nahrungskette ein...das wär´ doch nahezu fein. Schickt Texte, Zeichnungen, Rezensionsexemplare, bestellt die Härter für DM 5, macht Lesungen/ Konzerte vor Ort mit Härter-Autoren-punkpunkpunk: ich mach' es auch, und es hat mir bisher nicht geschadet. Lüftet die Textschubladen, scheißt auf Verlagsrattenfänger, die Eure Manuskripte eh wieder zurückschicken (bei ausreichend Rückporto), verzweifelt nicht!

Eine gute Flasche Whisky ist immer noch besser als ein Selbstmord auf Raten, und Arbeit macht die Bank so frei wie Ikarus es nie war. in der nächsten Härter will ich Euch sehen. Danke an die werten Menschen, die Härter unterstützen. Ohne Euch kein Überleben. Es ist August, doch das zählt nicht. Zeit ist sinnlos, ist eine Bombe, die losgeht, wenn wir nicht mehr erwachen. Wieviel Hirn liegt auf Eis? Vielleicht brauchen wir einen neuen Kant, um all´ die Dinge um uns herum wieder zu verstehen. Vita! Leben, nur leben, schweben durch Dunst und Rauch. Lange Nächte und volle Gläser. Paris in den 30ern zum Beispiel: Miller, Hemingway, Nin, Durrell und all' die Anderen...

frank bröker im august 1998

Die Kanonen krachen wieder!
Härter 5 - der Herausgeber schwelgt in komischen Visionen

haerter 5

Wieso Kanonen? Warum nicht Bomben? Ist nicht genügend Literatur im Revolverlauf der Republik? Müssen Social Beat - Zeitungen Krieg oder Frieden erklären? Sind wir nicht alle nur verbotene Buchstaben mit Namen und Nummern? Handeln wir  noch mit Fragezeichen, wir Scharlatane, Hängebauchschweine, wir Reisende auf Zeit, wir postvermodemte Wunderkinder, wir Teil der verkorksten  Zukunft Deutschlands, wir größenwahnsinnigen, zu tiefst untergründigen Literaten auf Zeit? Leben wir nicht verdammt sicher vor den Schreibtischen, mit unseren Kippen im Maul, den Gläsern davor, den angespitzten Bleistiften? Von Flensburg über Cottbus bis Aachen nach München und zurück? (Aus Oberammergau hat mir noch niemand eine Postkarte geschickt.) Oh, wir brauchen Flugbenzin, wir triefend nassen Schreiber, wir tiefen Denker auf Tauchfahrt! Schluß mit der Fragerei. Hier die Antwort. Gültig bis zum letzten Niemandstag: Die harten Zeiten kommen noch - hier Schreibtisch Größenwahn, Münster DC. Habe ich mich dazu durchgerungen, die Härter zu erstellen, müssen folgende Bedingungen wie helle Grale am Erphostraßenhimmel leuchten. Erstens: Die Auflage der letzten Nummer hat  mindestens zur Hälfte die Kartons ertragreich verlassen, was nur die Portokosten der nächsten Nummer deckt.  Bei 200 gedruckten Heften jedesmal eine nicht leichte, aber dennoch lösbare Vorgabe. Hier wird nicht gejammert und gebettelt. Es wird gehandelt. Dabei könnt Ihr mittun, indem Ihr, liebe Leser (Innen), liebe Autoren (Innen) neben dem Unisono - Exemplar einfach ein paar Härter... (billiger) mehr einkauft. Zbs. um  die werte Heimatmischpoke damit zu beglücken - oder den Blümchenprosisten und Innen zu Hause zu zeigen, was ´ne Social Beat Harke ist. Ihr werdet mit Euren Beiträgen für die Nachwelt in ausgesuchten Bibliotheken archiviert! Ihr werdet irgendwann, wenn Ihr das Zeitliche gesegnet habt, reich und berühmt sein! Die Vision beginnt mit einem kurzsichtigen Germanistikstudenten, der im Jahr 2060 (so die Apokalypse will) in einem verstaubtes CD-Rom-Archiv der Nationalbibliothek Leipzig die Sparte Social Beat anklickt. Unter H entdeckt er die Härter; er findet EUCH, schreibt eine Arbeit  darüber, welche die Spiegelbestellerliste sprengen wird... filmreif - bis zum Showdown! So und nicht anders wird es kommen! Nächste Bedingung: Schickt mir weiterhin Texte, Zeichnungen, Collagen - mehr Essays müssen her! Fick- und Saufgeschichten weniger. Denkt vermehrt ans Rückporto (oder leimt). Der Alkohol- und Zigarettenschmuggel deckt leider nur das Drucken der nächsten Härter... Weitere Bedingungen sind nur Geduld zu haben mit einem notorisch pleiten Kleinverleger, gefangen im SISSI-Syndrom, im Laufrad aus Leben und Party - gewillt, die wohnHAFT in Münster so gut zu überstehen, wie eben möglich. Härter... wie eh und je: 2x pro Jahr in der vorliegenden Form incl. Porto 5 DM (EVP: 3.50 DM - Abo über 4 Hefte: 15 DM)
FUCK INTERNET

frank bröker im dezember 1998

Vor lauter Buchstaben kein Fanzine mehr zu finden!
Härter am Limit, die Nummer 6 im neuen Gewand

haerter 6

Kalt und konsequent lebt dieses Land weiter, verhaut seine staunenden Bürger mit immer neuen Ungeheuerlichkeiten. Die NEUE MITTE der Sozialökodemokratie zerhackt uns alle in zwei EinzelGesellschaftsTeile: oben jene Sahnehäubchen mit den Mitteln der Macht, schuld am Wetter, wohl gewählt, das scheinbar geringere Übel. Wußte man bei Kohl und Co doch immer, woran man war, so tappt man im Jahr 2000 speckig im Trüben. Während Industrie und Wirtschaft ständig neues Sahnegebäck an die Front schicken, befindet sich Teil zwei der Gesellschaft auf einem krümeligen Tablett, sich selbst (und nicht einmal mehr andere) bedauernd. Es gibt Ausnahmen. Sicherlich. Auf nichts ist eben mehr Verlaß. Doch jammern ist scheiße. Wie geht der Satz: "Bleibe im Land und wehre Dich täglich" aus? Soll zumindest Underground - Literatur beweisen, daß AUSSERLITERARISCHE VERLAGSOPPOSITION machbar ist. Spassfaktor 100%. Eine Sache für jeden. Nehmt dies! Herzlich willkommen in der Härter 6, zweite Ausgabe im Jahr des Herrn 1999.

Die HÄRTER ZWEIFELT an der Demokratie, gedenkt aber nicht, diese abzuschaffen.

Sissi-Syndrom-Sonderausgabe 2000
Das Experiment, die Nummer 7

Action without satisfaction

haerter 7

Sind Literaten des 21. Jahrhunderts ebenso krank wie ihre hier versammelten Texte? Dichtung in der Klemme zwischen Pop und Anspruch, 'trunkenen Schlafstörungen bei Tage und der Buchstabensuche nach dem inneren Gleichgewicht. Ungekürzt reizen wir die Augen der verehrten Kundschaft mit Selbstschädigungs-Bekämpfungsmitteln. Diese Härter-Nummer wird's Euch allen zeigen. Nie waren wir so wertvoll wie heute! Ein hübsches Nümmerchen wird ans nächste geschoben, so daß vom Tage übrig blieb, was hier der Autor niederschrieb.

Plagt auch Sie das Sissi-Syndrom-Zipperlein?

Folgt Ihren rüden und handelsüblichen Verstimmungen jenseits der Magengegend stets eine gemeine Fülle an rastlosen Aktivitäten, schriftstellerischen Vertüchtigungen, die wiederum nur dazu führen können, daß ihre ohnehin ausweglose Situation nur den Ansprüchen eines Sissi-Syndroms gerecht wird? Leiden Sie unter sich selbst mehr als unter anderen menschlichen Ungeistern? Sind Sie krank vor Ehrgeiz, am Leben weiterhin teilnehmen zu müssen? Dann werden Sie doch einfach Pop-Literat, Schriftsteller, Social Beatnik, Lyriker, ProsaDaDaist. Oder mieten Sie sich einen - putzigerweise "Fanatiker" - genannten Menschen.
Kaiserin Elisabeth von Österreich/Ungarn hat es vorgemacht! Sissi, resp. Sisi, tanzte den Depressions-Walzer so lange, bis sie 1898 im Alter von 61 Jahren von einem dieser Fanatiker in Ungarn ermordet wurde. Das sind bis heute Leute, welche über sich selbst hinaus wachsen, um einem höheren Ziel zu huldigen. Die entsprechende Palette ist lang; denken Sie nur mal an militante, politisch-korrekte Veganer und Innen! Oder an Joschka Fischer! Oder an Ihren Ferrero-Küßchen-Freundeskreis! An Ihren inneren Anton aus Tirol...

Wir präsentieren diesmal...

ausgewählte Sissi-Text der Saison, eröffnen den Reigen mit einer folgenreichen Langtext-Story, schießen uns dann auf den unerbittlichen Rezensionsteil ein, folgen  weiteren Tastenhastern bis zum bitteren Ende, das offen und weit erscheint wie ein Song von Leonard Cohen. In diesem Sinne: Bleiben Sie nicht friedlich, sondern fröhlich. Im Grunde genommen hofft doch jeder hier auf die nächst höhere Intelligenz, welche den ganzen Laden Erde ins überirdische Klo kippt und abzieht. Die Zeiten werden eben Härter. FP1.
 



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